Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest
24. Feb 2020

Ich hatte ja schon einmal angemerkt, dass WhatsApp seit der Übernahme durch Facebook nicht mehr als sicherer Messenger betrachtet werden kann: abgesehen davon, dass Facebook auf alle Kontakt- und Verbindungsdaten zugreift, waren nun auch noch WhatsApp-Gruppenchats bei Google auffindbar. Jeder konnte rein und die gesamte Historie mitlesen.

Und dass Alexa, Siri und Co ein Privatsphäre-Alptraum sind (siehe auch hier), weil sie ständig alles mitschneiden und auch unabsichtlich aktiv werden, zeigt eine Studie, die untersucht, wie oft die digitalen Assistenten durch das Fernsehprogramm aktiviert werden. Spoiler: öfter als man denkt.

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20. Feb 2020

Nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau, bei dem 11 Menschen getötet wurden (und der Attentäter sich anschließend selbst umbrachte), sind natürlich wieder alle Politiker "erschüttert" und "fassungslos", also das komplette Spektrum an dämlichen Phrasen, die niemandem helfen oder auch nur der Wahrheit entsprechen.

Die AfD spricht natürlich nur wieder von einem "Einzelfall" und natürlich war der Täter "psychisch krank". Und natürlich werden auch gleich wieder die "ausländischen Messerstecher" als Vergleich heran gezogen. Man kann es dem Stimmvieh ja nicht zumuten, dass es eben die eigene Rethorik ist, die eine solche Tat befördert. Ich möchte wetten, dass heute in so manchem AfD-Hinterzimmer die Korken knallen und man den Attentäter wie einen Helden feiert.

Nach dem Auffliegen der "Gruppe S", die Anschläge plante und in ihren Reihen einen Polizisten hatte, nach dem Mord an Walter Lübcke, dem Anschlag in Halle und nach den rassistischen Vorfällen bei der Frankfruter Polizei sollte doch endlich selbst die CDU aufwachen und feststellen, dass "erschüttert" und "fassungslos" sein allein nicht ausreicht, um den Staat und seine Bürger vor Rechtsradikalen zu schützen. Statt auch im eigenen Interesse endlich mal den Arsch hoch zu bekommen, werden Phrasen gedroschen und einfach wie immer weiter gemacht, am besten noch, indem irgendwelche Linksradikalen zur großen Gefahr aufgebauscht werden, während Rechte munter weiter morden. Dass toleriert wird, dass eigene Parteimitglieder (HG Maaßen, die Werteunion) die Tat verharmlosen und lieber ständig gegen Linke giften, ist da nur ein Symptom. Man könnte fast meinen, dass da ein Plan dahinter steckt.

Man muss übrigens kein Linker sein, um Faschisten und Rassisten klar zu benennen und bekämpfen. Die Demokratie und die Rechte aller Bürger zu schützen und zu bewahren sollte auch für Konservative oberstes Ziel sein, sonst verdienen sie ihren Namen nicht!

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17. Feb 2020

Hach, Martin Sonneborn... (Video) ❤

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14. Feb 2020

In den letzten Monaten hat sich so einiges getan, das mich an der Menschheit zweifeln lässt.

Die AfD in Thüringen überrumpelt die anderen Parteien bei der Wahl zum Ministerpräsidenten

Es hat mich nicht überrascht, dass FDP und CDU in Thüringen kein Problem damit haben, mit Faschisten zu paktieren, um einen ihnen nicht genehmen Ministerpräsidenten abzuwählen und einen ihrer Kandidaten ins Amt zu hieven. Dass danach alle ganz überrascht tun und lamentieren ist reine Schauspielerei. Wenn man weiß, dass Herr Kemmerich an AfD-nahe Stiftungen spendet, und dass Teile der CDU eh nach rechts weit offen sind, muss man sich eher wundern, dass es so lange gedauert hat, bis etwas deratiges passiert.

Selbst wenn es keine offenen Absprachen gab, war doch abzusehen, dass aufgrund der Verhältnisse im Thüringer Landtag und der generellen Tendenz der CDU und FDP, nach rechts zu schielen (Möllemann hat's vorgemacht), eigentlich kein anderes Ergebnis möglich war. Aus meiner Sicht, war dies von Seiten der CDU und FDP nur ein weiterer Test, wie weit man gehen kann, um die eigene Machtposition zu sichern. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man sich da überhaupt verschätzt oder doch eher ganz bewusst eine Salamitaktik angewendet hat, bei der Stück für Stück kleine Tabubrüche langfristig dazu führen sollen, die AfD koalitionsfähig für die Bundes-CDU und FDP zu machen. Man sollte sich nicht von den Aussagen einiger Bundespolitiker täuschen lassen: die beiden Parteien werden in jedem Fall lieber mit Rechts als mit Links arbeiten.

Von Seiten der AfD war das natürlich auch ein gelungener Coup, der weniger auf die politischen Verhältnisse in Thüringen abzielte, als vielmehr darauf, sich den eigenen Wählern und Sympathisanten als Partei zu präsentieren, die handlungsfähig und in der Lage ist, den politischen Betrieb erheblich zu stören. Quasi ein Penisvergleich mit anderen Mitteln, der bei den minderbemittelten Schwachmaten, die irrigerweise glauben, dass die AfD ein Interesse daran hat, etwas für den 'kleinen Mann' zu tun, gut ankommen dürfte. Langfristig dürfen wir uns nach diesem gelungenen Testlauf wohl auf ähnliche Aktionen auch woanders einstellen.

Macron bietet bei einer Rede vor Offizieren implizit die französischen Atomwaffen zur Absicherung europäischer Partner an

Das Ganze zielte natürlich besonders auf Deutschland ab. Motivation dürfte hierbei sein, zum Einen mehr Unterstützung für das eigene Arsenal zu erhalten und andererseits langfristig die USA, die ja in Europa so einiges an Atomwaffen stationiert haben, zu schwächen. Das hätte erhebliche wirtschaftliche und politische Vorteile, besonders wenn man bedenkt, wie sich die amerikanische Politik seit 2001 entwickelt hat.

Verstörend wirkt dabei auf mich aber eher, dass plötzlich vermehrt Meinungen durch die Medien kolportiert werden, die beklagen, dass insbesonders junge Menschen zu wenig an dem Thema interessiert sind oder eher fatalistisch darauf reagieren. Dabei haben diese aus meiner Sicht durchaus recht: hier soll wieder ein Bedrohungsszenario aufgebaut werden, wie zu Hochzeiten des Kalten Krieges. Statt sich jedoch in die Angst treiben zu lassen und damit die Macht kleiner Eliten zu zementieren, die versuchen, mit Hilfe der Furcht die Massen zu kontrollieren, lassen sie diese ins Leere laufen.

Denn bei Licht betrachtet läuft es darauf hinaus, dass eh kaum einer einen atomaren Schlagabtausch überleben wird, was uns aber vermutlich ohnhein duch den Klimawandel bevor steht. Insofern ist das Gefasel über mögliche Bedrohungen und Abschreckung (wer soll eigentlich genau abgeschreckt werden? Und warum?) das einzelne Pflaster auf einem Reifen voller Löcher, aus dem die Luft entweicht. Warum sich also darüber aufregen?

Trump wird nicht des Amtes enthoben

Dazu lässt sich eigentlich nur sagen, dass das zeigt, wie aktuell Politik und Teile der Gesellschaft funktionieren: wenn du genug Leute um dich scharst, die etwas zu verlieren haben, wenn du abstürzt, kannst du tun, was du willst, ohne dass dir was passiert. Und wenn du dabei die Klappe nur weit genug aufreisst, applaudieren dir sogar noch die ganzen Dumpfbacken, deren Horizont nur bis zu ihren Zehenspitzen reicht. Hier zeigt der Populismus sein häßliches Gesicht.

Und in Deutschland ist man selbst als Faschist politisch tragbar, weil es genügend Leute gibt, die glauben, dass sie etwas zu verlieren haben (oder dass sie etwas gewinnen können), obwohl dem nicht so ist.

Der Wohnungsmarkt ist hoffnungslos aus dem Gleichgewicht

Hier in der Gegend erreichen Wohnungen durchschnittlicher Größe und Austattung mittlerweile problemlos Quadratmeterpreise von 15 Euro oder mehr. Für eine 80qm Wohnung kann man Kaltmieten zahlen, die fast auf der Höhe dessen liegen, was jemand mit Mindestlohn im Monat netto verdient, selbst Mieten für Wohnungen der städtischen Wohngenossenschaft, für die ein Wohnberechtigungsschein nötig ist, liegen weit über den Preisen nichtgeförderter Wohnungen in anderen Gegenden. Und in den Dörfern weiter draußen wird es auch nicht besser.

Und nicht nur die Mieten sind problematisch: schon der Umzug ist oft kaum zu stemmen, da die Kosten dafür exorbitant hoch sind. So ist es Standard, drei Monatsmieten Kaution plus die Übernahme der Küche des Vormieters plus eventuell Genossenschaftsanteile in Höhe von 1000 Euro oder mehr und noch weitere Dinge zu zahlen. Man kommt dabei schnell mal auf Kosten im Bereich von sieben- oder achttausend Euro. Und das noch bevor der eigentliche Umzug bezahlt ist.

Da regiert die pure Gier. Nun könnte man argumentieren, dass der Markt es ja offenbar hergibt. Der Markt wird aber mittlerweile so von Konzernen und großen Genossenschaften, die genauso skrupellos agieren, diktiert, dass es im Grunde keinen echten Wettbewerb mehr gibt, und auch keinen Anreiz, beispielsweise neue Sozialwohnungen zu bauen. Wenn gebaut wird, dann Luxuswohnungen.

Gutes Beispiel dafür: hier wird eine aufgegebene Kaserne der Amerikaner plattgemacht und durch die städtische Wohnungsgenossenschaft neu bebaut, es sollen "familienfreundliche" Wohnungen entstehen. Für 75qm ist man da aber schon einmal mit über 1000 Euro Kaltmiete dabei, plus vorgenannten Kosten für den Umzug, plus 300 Euro Nebenkosten. Das Beste dabei: es gibt mittlerweile Lockangebote wie im Mobilfunkbereich. Man zahlt im ersten Jahr 100 Euro weniger Miete! Man muss dann aber auch mindestens zwei Jahre dort wohnen.

Na das klingt doch mal familienfreundlich!

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