Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest
29. Jun 2021

Im September steht die nächste Bundestagswahl an, und ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon jemals so einen starken Eindruck hatte, dass die Parteien im Moment alles tun, um sich bis dahin möglichst schlecht darzustellen.

Die Grünen fallen quasi gar nicht mehr mit Äußerungen zu ihrer Kernkompetenz (Umweltfragen) auf, medial konzentriert sich alles darauf, was Annalena Baerbock gerade wieder für Unsinn getan oder gesagt hat.

Die SPD ist durch ihren Kandidaten Scholz tief im Banken- und Wirecard-Sumpf versunken, sonst gibt es kaum relevante Meldungen abseits davon.

Die Union fällt nur noch durch Korruption, krass überhöhte Nebeneinkünfte, Mißmanagement udn Steuergeldverschwendung (Spahn und Scheuer), den Abgang von Angela Merkel und das absolut inhaltslose, was-kümmert-mich-mein-Geschätz-von-gestern-Gewäsch und die schleimige Kumpeligkeit des Kandidaten Laschet auf.

Die AfD ist eh untragbar, wirkt aber auch sonst völlig wirr und planlos und fällt nur dadurch auf, das ihre Abgeordneten reihenweise justiziable rassistische Äußerungen von sich geben.

Die FDP wird mittlerweile selbst von ihrer Kernzielgruppe, den Unternehmern und Investoren, als Risiko betrachtet.

Die Linke letztendlich ist dabei, sich mit ihren internen Streitigkeiten und dem Ausschlußverfahren gegen ihr prominentestes Mitglied (Sarah Wagenknecht) komplett selbst zu zerlegen. Und wie bei allen anderen Parteien gibt es auch hier keine wirklich überzeugenden Statements, die auf irgendeine sinnvolle Vision hindeuten.

Offenbar haben die Parteien vergessen, das für die Wahl nicht nur Personen, sondern auch Inhalte entscheidend sind. Auf mich wirken alle irgendwie planlos, austauschbar und unfokussiert. Es verspricht also wirklich mal eine interessante Wahl zu werden, die einmal mehr zeigen wird, wie wenig echte Inhalte und Visionen zählen, solange nur Posten zu besetzen sind.

Permalink
17. Jun 2021

Laut einer Liste der EU-Umweltagentur EEA liegt Darmstadt unter den 320 auf ihre Luftqualität hin untersuchten Städten auf Platz 46 (Platz 3 bei den in der Liste enthaltenen deutschen Städten).

Darmstadt. Die Stadt mit dem Dieselfahrverbot auf zwei Straßen, die selbst mit dem Corona-Effekt im letzten Jahr noch die Grenzwerte überschritten hat.

Ja, so habe ich auch geschaut. Ok, es wurde hauptsächlich auf den Feinstaub geschaut. Und stutzig macht auch der Fakt, dass Darmstadts Einwohnerzahl mit 143.779 angegeben wird. Darmstadt selbst gibt für 2019 eine Einwohnerzahl von 162.428 an. Die EEA-Zahl scheint aus dem Zensus von 2011 zu stammen, ist also 10 Jahre alt.

Das erweckt kein Vertrauen in die Datenbasis der Untersuchung.

Schaut man sich dazu den European Air Quality Index an, der aktuelle Daten anzeigt und mehr Faktoren erfasst, sieht man zwar, dass die Qualität in Darmstadt "gut" ist. Aber auch hier ergeben die Details ein etwas anderes Bild: an 25% der Tage im letzten Jahr war die Luftqualität nur "mittel", oder gar "schlecht".

Dann fällt auf, dass die Daten von einer einzigen Meßstation stammen, die direkt an einer Grünanlage steht. Die Daten der anderen Meßstationen (z.B. diese, deren Daten u.A. für das Dieselfahrverbot auschlaggebend waren) fließen offenbar nicht in die Datenbasis ein.

Das zeigt mal wieder: glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Deine Gesundheit könnte davon abhängen.

Permalink