Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest
27. Jul 2021

Ein kurzer aber erschreckender Artikel zur Totalüberwachung der Bürger in China, auch unter dem Deckmantel der Covid-Prävention.

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21. Jul 2021

Jeff Bezos (der Amazon-Chef und reichste Mann der Welt) hat einen gigantischen Penis ins All geritten. Äh ... hust ... ich meine, sich mit einer gigantischen Rakete ins All geschossen, die natürlich aus rein technischen Gründen wie ein Penis aussieht! Ja ... äh ... genau!

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16. Jul 2021

Ich habe vor vier Tagen meine erste COVID-Impfung erhalten. Ich hatte mich für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bei einer HNO-Praxis entschieden, weil dieser gerade verfügbar war und ich so schneller einen Termin bekommen konnte (nachdem ich schon seit Wochen auf der Liste des Impfzentrums stand, ohne einen Termin angeboten zu bekommen). Die zweite Impfung wird dann mit dem BioNtech-Impfstoff stattfinden, was seit einigen Tagen auch die Empfehlung der StIKo ist und zu einem höhren Schutz gegen z.B. gegen die Delta-Variante des Virus führen soll.

Allerdings hatte die Impfung auch Nebenwirkungen: ich hatte zwei Tage lang etwas erhöhte Temperatur und Kopfschmerzen, etwa wie bei einer leichten Grippe. Aber das ist immernoch besser als die Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus. Nun warte ich auf die zweite Impfung und hoffe, dass dort die Nebenwirkungen geringer ausfallen.

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05. Jul 2021

Am Wochenende kam mir dieses Video darüber unter, inwiefern der Kapitalismus als gutes oder schlechtes System wahrgenommen wird.

Unabhängig davon, ob ich einzelnen Thesen zustimme oder nicht, ist mir doch eine Sache aufgefallen: das immer wieder (nicht nur im Video) genannte und in der Regel unwidersprochene Argument, dass der Kapitalismus Innovationen fördert, was diesen dann als überlegenes und fortschrittsfreundliches System markiert. Darüber kam ich doch ins Grübeln: stimmt das wirklich?

Unbestreitbar hat es in den letzten 200 Jahren (also in der Zeit, in der der Kapitalismus das dominierende Wirtschaftssystem war) eine Menge Innovationen gegeben. Viele dieser Innovationen haben dazu geführt, dass wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse effizienter wurden und sich die allgemeine Lebenssituation verbessert hat. Aber wieviele dieser Innovationen sind wirklich auf die Bedingungen im Kapitalismus zurück zu führen bzw. wurden dadurch gefördert?

Der grundlegende Antrieb des Individuums (nicht nur) im Kapitalismus ist Ressourcenakkumulation und -maximierung. Innovationen, die diese Bezeichnung verdienen, versprechen, dieses Ziel schneller und effektiver zu erreichen. Es müsste also einen grundlegenden Antrieb zur Generierung und Förderung von Innovationen geben, der im Kapitalismus ausgeprägter ist als in anderen Systemen, entsprechend innovative Individuen fördert und demzufolge den Kapitalismus zum überlegenen System macht.

Wie erklärt sich dann aber, dass andere Wirtschaftssysteme (z.B. der sowjetische und chinesische Sozialismus) zeitweilig zumindest auf technischem Gebiet mit ihren kapitalistischen Gegenstücken gleichziehen und sie punktuell soger überflügeln konnten, obwohl in diesen Systemen Ressourcenmaximierung offiziell nicht das Ziel war, dem alles untergeordnet wurde? Die Individuen konnten ja auch kaum oder keinen Gewinn aus ihren Innovationen ziehen.

Und was ist mit Innovationen die vor dem Aufkommen des Kapitalismus entstanden sind?

Inwiefern fördert der Kapitalismus Innovationen also wirklich? Ist es nicht vielmehr so, dass nur die Innovationen gefördert werden, die eine Ressourcenmaximierung für wenige einzelne Individuen versprechen, wenn sie die Kontrolle darüber behalten können, während andere Innovationen eher unterdrückt werden? Unterliegt die Mehrzahl der Individuen, die nicht über ausreichend Ressourcen verfügen, im Kapitalismus nicht Zwängen, die Innovationen von diesen Individuen eher verhindern?

Die vielbeschworene Freiheit, also letztlich das frei-sein von Zwängen, gilt im Kapitalismus nur für die Individuen, die bereits ausreichende Ressourcen auf Kosten anderer angehäuft haben. Alle anderen unterliegen z.B. dem Zwang zur Lohnarbeit, um nicht zu verhungern, die überwiegenden Mehrheit davon als Angestellte. Bei einem Angestellten gehört aber jede Innovation, die im Job gemacht wird, erst einmal dem Arbeitgeber, der das Verwertungsrecht dafür genießt. Da ein Angestellter oft nicht im ausreichenden Maße die nötigen Ressourcen (also Zeit und Geld) hat, um seine Innovationen unabhängig zu entwickeln, werden daher primär die Innovationen gefördert, die seinem Arbeitgeber nutzen, nicht unbedingt dem Individuum oder der Allgemeinheit.

Dabei wird im Kapitalismus kurzfristige Ressourcenmaximierung mehr belohnt, als langfristiges Denken. Innovationen müssen kurzfristig verwertbar sein, sonst werden sie nicht weiter verfolgt oder gar aktiv verhindert, solange nicht ein direkter wirtschaftlicher Gewinn daraus gezogen werden kann.

Beispiel hierzu: Als Software-Entwickler (egal ob angestellt oder als Freelancer) kann ich ich nicht frei entscheiden, was ich entwickle, wenn ich damit mein Geld verdienen muss. Will ich z.B. eine innovative Open Source-Software, die ein gesellschaftlichen Problem angeht, entwickeln und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, kann ich das in der Regel nur auf eigene Kosten und in meiner Freizeit tun, die aber wegen des Zwangs zur Lohnarbeit äußerst knappe Ressourcen sind.

Und dies betrifft letztlich alle Bereiche: Die dem Kapitalismus inhärenten Zwänge verhindern eher die freie Entwicklung von vieler Innovationen. Der Satz müsste also lauten: "Der Kapitalismus fördert Innovationen, die kurzfristige Ressourcenmaximierung versprechen". Dass trotzdem oft Innovationen stattfinden, die die Gesamtgesellschaft langfristig voran bringen, liegt daran, dass Individuen allen Zwängen zum Trotz und dem Antrieb zur Ressourcenmaximierung entgegen ihre Ideen beharrlich verfolgen, ohne sich den Regeln des Systems zu unterwerfen. Es ist also nicht der Kapitalismus, der Innovationen fördert, sondern die Beharrlichkeit der Individuen, die eine Verbesserung ihrer Lage oder oder der Lage der Gesamtgesellschaft anstreben, unabhängig vom Wirtschaftssystem und seinen Zwängen.

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